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  Hagel



Hagel

Entstehung, Verbreitung, Schäden, Abwehr und Vorhersage

Marco Kaschuba 2005, 2006


Einführung

Hagel, gefürchtet seit Menschen gedenken. Im Mittelalter als Gottes Strafe angesehen (u.a. Johannes Brenz, 1562), lösten Hagelstürme Hexenverfolgungen und Verfluchungen aus. Die bekannten württembergischen Hagelzüge waren nichts anderes als Hexenverfolgungen im frühen Württemberg, die Aufgrund heftiger Hagelstürme eingeleitet wurden. Auch Hungersnot und Völkerwanderungen waren die Folge.

Was ist Hagel überhaupt? Wie entstehen die teils faustgroßen Schlossen, die millardenschweren Schaden verursachen können? Gibt es besonders betroffene Gebiete? Kann man Hagelstürme vorhersagen? Welchen Schaden kann ein Hagelschlag anrichten?

Die allgemeine Definition (Standard nach WMO) sagt aus, das Körner kleiner als 0,5 cm im Durchmesser als Graupel, grösser als 0,5 cm im Durchmesser als Hagel bezeichnet werden. Physikalisch gesehen könnte man aber auch anhand der Entstehungsphase oder des Aufbaus eines Hagelkorns und eines Graupelkorns unterscheiden. Hagel ist zumeist ein sogenannter Embryo mit einer harten Eisschicht umsehen, während Graupel (abgesehen von Frostgraupel) zumeist ausschliesslich aus Schneekristallen besteht, und daher auch eine deutlich weichere Konstistenz aufweist. Weitere Formen dazu sind u.a. Schneegriesel, Frostgraupel oder Reifgraupel.

Folgend kann man sagen, Hagel kann demnach auch kleiner als 0,5 cm im Durchmesser sein, Graupel aber auch größer als 0,5 cm im Durchmesser. Offiziell wird aber die oben genannte, einheitliche Definition benutzt.



Hagelgröße




Bild – Faustgroβe Hagelkörner (© Marco Kaschuba). Zum Vergrößern anklicken.

Wie groß ein Hagelkorn maximal werden kann, ist nicht wirklich bekannt. Jedoch lassen einige Meldungen über extrem große Hagelschlossen erahnen, was praktisch an unglaublicher Größe möglich ist.
Das größte Hagelkorn in Nordamerika wurde am 22.Juni 2003 in Aurora, Nebraska USA gefunden. Es hatte einen Durchmesser von 17,8 cm und einen Umfang von 47,6 cm mit einem Gewicht von knapp 758 g. Das bekannte und teuerste Hagelunwetter am 12. Juli 1984 in München brachte Hagel bis 9,5 cm im Durchmesser mit einem Gewicht von über 300 g, wobei in Richtung Landsberg angeblich noch größere Hagelkörner gefunden wurden. Am 01. August 1958 fielen 972 g schwere Hagelbrocken über Straßburg in Frankreich vom Himmel. In Bangladesh wurden am 14. April 1986 1 kg schwere Hagelkörner beobachtet und angeblich gab es in Kasachstan einen Hagelfund mit einem Gewicht von 1,9 kg. Auch in chinesischen oder indischen Regionen gibt es angeblich Meldungen von kiloschweren Hagelbrocken. So etwa 1939 in Hyderabad, Indien oder 1902 in Yuwu, China, wo 3,4 kg schwere Hagelschlossen beobachte wurden. Tatsächlich sind alte Schriften aus Württemberg bekannt, das es im August 1648 über der Schwäbischen Alb 1,6 - 2,4 kg (5 Pfund nach der damaligen Zeit) schwere Hagelschloßen gab. Auch 1854 fielen über der Schwäbischen Alb kindskopfgroße Hagelbrocken. Auch wenn die ein oder andere Meldung klar in Frage gestellt werden darf, sind fußballgroße Hagelkörner keine Fantasie?!




Bild – Hagelkorn vs. Hühnerei (© Marco Kaschuba) Zum Vergrößern anklicken.

Ein aktueller Fall aus Villingen-Schwenningen in Baden-Württemberg am 28.06.2006 brachte Hagel von bis zu 12 cm im Durchmesser.

Nicht nur die Hagelgröße ist entscheidend, sondern auch die Intensität und der dabei auftretende Wind. Je stärker und je dichter der Hagel fällt, und je stärker der Wind dabei weht, desto heftiger können die Schäden ausfallen, auch wenn die Hagelkörner ansich nicht sehr groß sind.

Im August 1980 fiel in Orient, Iowa USA der Hagel so dicht und langanhaltend, das er bis zu 2 m hoch zusammen gespült wurde. Anfang der 80er Jahre fiel entlang der Nordkante der Schwäbischen Alb so viel Hagel, das er als Lawine einen Hang nieder kam und Straßen meterhoch bedeckte. Selbst in der Stuttgarter Innenstadt im Sommer 1972 lag der Hagel bis zu einem Meter hoch.

Die Hagelgröße wird grundsätzlich anhand des maximalen Durchmessers eines Hagelkorns gemessen, wobei durch die unterschiedlichsten Formen und der ungleichen Eisdichte, nicht immer das gleiche Volumen erreicht wird. Die Gewichtsangabe kann hierfür sehr hilfreich sein. Stehen keine Messinstrumente zu Verfügung, so wird die Hagelgröße mit der eines bekannten Gegenstandes verglichen. Folgend eine Übersicht dazu.

0,5 – 1,0 cm Ø Erbse, Kirschkern, Murmel, 1 Cent-Stück
1,0 – 2,0 cm Ø Haselnuβ, 2 Cent-Stück
2,0 – 3,0 cm Ø 5 Cent-Stück,, 1-2 Euro-Stück, Kirsche
3,0 – 4,0 cm Ø Walnuβ, Taubenei, Tischtennisball
4,0 – 5,0 cm Ø Golfball
5,0 – 6,0 cm Ø Hühnerei, Billardkugel
6,0 – 7,0 cm Ø Tennisball
7,0 – 8,0 cm Ø Baseball
8,0 – 9,0 cm Ø Gänseei, Faust
9,0 – 10,0 cm Ø Faust, Grapefruit
10,0 – 12,0 cm Ø Grapefruit, Softball
12,0 – 16,0 cm Ø Handball, Strauβenei
16,0 + cm Ø Football (amer.) etc.



Hagelform

Die Form und das Volumen eines Hagelkorns sind sehr verschieden und können innerhalb eines Hagelschlags völlig unterschiedlich sein. Es scheint so als ob große Hagelschloßen eine unregelmässigere Form haben als kleinere, eher runde Hagelkörner. Dies ist zwar nicht die Regel, wird aber in dieser Annahme oft beobachtet. Warum es solch unterschiedliche Formen gibt, ist nicht ganz klar. Gründe für unterschiedliche Formen sind unter anderem die unterschiedlichen Entstehungsphasen und der Aufbau eines Hagelkorns. Turbulente Winde, unterschiedliche Temperaturen, Reibung und Zusammenstoss, das An- und Abschmelzen im Entstehungsprozess (teils auch das Zusammenschmelzen von mehreren Hagelkörnern), das Auseinanderbrechen durch Kollisionen mit anderen Hagelkörnern, aber auch der Feuchtegehalt innerhalb der Gewitterzelle, können die entgültige Form eines Hagelkorns, wenn es den Boden erreicht, ständig beeinflussen.

Andere Gründe für ovale Formen eines Hagelkorns könnte ein unregelmässiges Abschmelzen bei hoher Fallgeschwindigkeit sein. Die dadurch entstandene aerodynamisch gute Eigenschaft wird beim Fall eingehalten.

Es gibt sehr unterschiedliche Formen. Kugelrund, oval, gezackt bis hin zu stark mutierenden Abstraktformen. Teilweise sind viele kleine Hagelkörner zu einer großen Hagelschloße zusammengefroren. Je nach Form und Dichte kann ein Hagelkorn trotz großem Durchmesser ein kleines Volumen besitzen, das sich wieder auf die Fallgeschwindigkeit und Aufprallenergie auswirkt (und somit auch auf den Hagelschaden).

Eine typische Begleiterscheinung von Hagelgewittern ist ein weiβes, oft auch gelblich oder grünliches Schimmern der Niederschlagszone. Man nimmt an, das die Hagelkörner wie etwa auch Schneeflocken, das Licht brechen und es die Wellenlängen verschieden stark reflektieren.



Entstehung

Embryo


Ein Hagel besteht aus einem, meist kleiner als 0,5 cm großen Embryo, umgeben von einer mehr oder weniger dicken und dichten Eisschicht. Die Eigenschaft, der Ort und die Flugbahn eines Hagelembryos sind wichtige Faktoren für die Hagelentstehung im weiteren Verlauf.

Ein Embryo besteht aus einem Graupelkorn, einem kleinen gefrorenen Regentropfen, oder aus einem runden, graupelähnlichen Eiskern, versehen mit unzähligen und winzigen Luftbläschen (bubble). Letztere Form zeigt sich oft bei sehr großen Hagelschloßen. So etwa bei 8 cm großen Hagelbrocken die beim Villingen-Schwenningen Hagelsturm am 28.06.2006 niedergingen. Der genaue Entstehungsprozess dieser Embryoform ist nicht bekannt. Die Eisdichte variiert stark von 1% bis über 50% (bezogen auf die Dichte von reinem Eis).




Bild - Hagelkorn mit „bubble“ Embryo (© Marco Kaschuba) Zum Vergrößern anklicken.

Graupelkörner entstehen durch das Vergraupeln von Eiskristallen und kleinen Regen- Wolkentropfen. Je nach Zusammensetzung von Eiskristallen – auch Schneeflocken – und gefrorenen Tropfen, erreichen Graupel eine Eisdichte von 30-70% (bezogen auf die Dichte von reinem Eis).

Gefrorene Wolken- und Regentropfen besitzen eine Eisdichte von 80 bis nahe 100% (bezogen auf die Dichte von reinem Eis) und entstehen durch das Kondensieren von Wasserdampf zu Wolkentropfen, oder durch das Absetzen von Wassertropfen und das Abschmelzen von schon vorhandenen Hagel- und Graupelkörnern.

Tatsächlich gibt es eine Art Embryo-Klimatologie. Studien zeigen lokale und sogar globale Unterschiede der hervorragenden Embryoformen bei schweren Hagelunwettern. Eine belegte Erklärung dieser Feststellung gibt es derzeit noch nicht, weshalb eine Regel dazu, bislang in Frage gestellt werden kann. Zumindest zeigten Vergleichsmessungen aus Oklahoma USA, dass die meisten (60-70%) aller Hagelkörner mit einer Grösse von mindestens 2,5 cm im Durchmesser einen gefrorenen Regentropfen als Embryo besitzen. Ein wesentlich kleinerer Prozentsatz (10-20%) entstand aus Graupelembryonen. Ähnliche Werte fand man in Mitteleuropa. In den High Plains gab es eine Überzahl an Graupelembryonen, genauso wie in Südafrika und Australien.

Auch die Grösse der Hagelkörner scheint von der Embryoform in gewisser Weise abhängig zu sein. Warum und weshalb ist nicht ganz geklärt - auch nicht - ob diese Beobachtung in dieser Form festzulegen ist.

Gefrierkern

Damit Wassermoleküle im unteren Frostbereich innerhalb der Wolke gefrieren können, benötigen sie einen so genannten Gefrierkern. In der freien Atmosphäre gibt es aber nur eine gewisse Anzahl von Gefrierkernen, so dass die Mehrzahl der Wassertropfen zunächst stark unterkühlt, bevor sie gefrieren. Dabei können sie in einer Umgebung von bis zu -40 C im flüssigen Zustand verweilen. Die Anzahl der Gefrierkerne im Inflowbereich einer Gewitterzelle scheint deshalb die Hagelproduktion (zumindest teilweise) beeinflussen zu können, da diese wiederum mit der Entstehung von möglichen Embryonen zusammenhängt.



Wachstum

Damit ein Hagelkorn entsteht, müssen viele Bedingungen aufeinander treffen. Somit ist der schnelle und gewaltige Hydrometeor-Wachstum vom Wolkentröpfchen über den Embryo bis zur großen Hagelschlosse von vielen Faktoren abhängig.

Damit ein Hagel (Embryo) an Größe und Volumen zunimmt, müssen sich nach und nach Eisschichten um den Embryo bilden. Diese Eisschichten können unterschiedlicher Dichte sein, was auf das so genannte „wet growth“ und das „dry growth“ zurückzuführen ist. Dies ist wiederum abhängig von der Temperatur und dem Feuchtegehalt der Luftmassen innerhalb der Wachstumszone.

Der Feuchtegehalt oder auch der potentielle Wassergehalt in einer Gewitterzelle ist ein Bestandteil der Hagelproduktion. Dieser liefert den Hagelembryos die nötige Zutat, um in kalten Zonen durch Eiskristalle oder unterkühlte Wassertropfen, Eisschichten zu bilden.

Der sogenannte „dry growth“ (Trockenzuwachs) geschieht in einer sehr kalten und eher „trockenen“ Umgebung innerhalb der Gewitterzelle. Trotz Gefrierwärme darf die Oberflächentemperatur des Hagelkorns nicht zu ”warm“ werden. Das Anfieren der Eiskristalle oder der stark unterkühlten Wassertropfen muss plötzlich geschehen, sodass die Oberfläche „trocken“ verbleibt. Durch das plötzliche Anfrieren der gesamten Feuchtigkeit können Zwischenräume der Eiskristalle nicht vollkommen ausgefüllt werden, was zu einem mehr oder weniger milchigen Ausehen führt (weisse Schicht). Teilsweise verbleiben viele kleine Luftblässchen. Die Eisdichte varriert in dieser Schicht sehr stark und kann sehr niedrig liegen.

Der sogenannte „wet growth“ (Feuchtzuwachs) geschieht in einer relativ „warmen“ (meist oberhalb von -25 C) und sehr feuchten Umgebung innerhalb einer Gewitterzelle. Der Überschuss an unterkühlten Wassertropfen in einer vielleicht noch zusätzlich „warmen“ Umgebung führt dazu, dass die Gefrierwärme an der Hageloberfläche bis Nahe dem Gefrierpunkt (0 C) ansteigt. Die Wassertropfen (zumindest ein Teil davon) gefrieren nicht sofort. Das Wasser hat die Zeit, hohle Lufträume auszufüllen. Teilweise entsteht der sogenannte „spongy hail“ (schwammig, aufgeweicht). Luftbläschen innerhalb der Eisschicht sind selten oder gröβer als beim Trockenzuwachs. Ein Teil der Wassertropfen kann sogar abgesetzt werden (s.o.), wenn der Gesamtwasseranteil zu hoch ist, um in einer bestimmten Zeit vom Hagelkorn eingesaugt oder am Hagelkorn angefroren zu werden. Das „langsame“ anfrieren erlaubt somit ein Zuwachs einer klaren und harten Eisschicht.

Die verschiedenen Zuwachsprozesse lassen also die im Hagel unterschiedlichen Eisschichten (Hagelringe) erklären.




Bild – Hagelringe eines Hagelkorns (© Marco Kaschuba) Zum Vergrößern anklicken.

Entscheidend für den Zuwachs ist nicht nur die Luftschichtung innerhalb der Gewitterzelle, sondern auch der Weg, den ein Hagelkorn durch das Gewitter nimmt. Diese Wegstrecken bezeichnet man auch als Trajektorien. Innerhalb eines Gewittersystems kann es viele unterschiedliche Trajektorien geben. Manche führen einmalig durch oder um den Aufwindbereich herum, manche erlauben ein mehrmaliges Durchführen innerhalb des selben Systems (Recycling) oder durch verschiedene Zellblöcke. Zudem kann ein Gewitter mehrere Aufwindbereiche beeinhalten, die zusammen eine gewaltige Wachstumszone ausmachen. Das einmalige Auf und Ab innerhalb der Gewitterzelle scheint nach heutigen Erkenntnissen der Hauptwachstumsprozess zu sein.

Die Embryonen können verschiedene Anfangs- oder Quellbereiche haben, teils werden diese durch eine sogenannte „feeder cloud“ (eine Tochterzelle am Rande der Mutterzelle) produziert. Diese gelangen nach und nach in den Inflowbereich der Hauptzelle. Teilweise werden aber auch Embryonen (oft Graupel) – die sich aus Randaufwindzonen oder alten Aufwindschüben gebildet haben – aus dem mittleren Randbereich der Gewitterzelle durch schwache horizontale und vertikale Winde herangeführt. Auch durch abgesetzte Wassertropfen, die wieder in den Aufwindbereich gelangen, können Embryonen zur Verfügung gestellt werden.

Schon im unteren Randbereich der Hauptaufwindzone beginnt nun das Wachstum, denn hier befinden sich meist der höchste Wassergehalt. Die Embyonen wachsen zum Hagelkorn heran und befinden sich nun in der Hauptwachtumszone des Gewitters. Im weiteren Verlauf durchqueren sie den Aufwindschlauch und werden vertikal nach oben befördert. Dabei treffen Unmengen an unterkühlten Wassertropfen auf die stets anwachsenden Hagelkörner.

Beim Durchqueren des Aufwindschlauchs spielen weitere Faktoren eine Rolle, ob das Hagelkorn weiter anwächst oder nicht. Ist der Aufwind zu stark und sind die Hagelkörner zu klein, werden diese zu schnell nach oben befördert. Sie werden somit aus der Hauptwachstumszone (etwa zwischen -10 C und -30 C) gehoben und werden nicht bedeutend an Umfang zunehmen können. Ist der Aufwind zu schwach und sind die Hagelkörner zu groβ, können diese nicht mehr ”gehalten“ werden und fallen zur Erde.

Nur bei richtigen Bedingungen können also die Hagelkörner lang genug in der Hauptwachstumszone verweilen, um bedeutend heranzuwachsen. Teils werden die schon groβen Hagelkörner vom Aufwind in der Schwebe gehalten, bis sie zu schwer werden und nach unten fallen. Der im vertikalen Radarschnitt erkennbare (B)WER Bereich einer Gewitterzelle deutet u.a. auf einen starken Aufwindbereich, der im „Überhangbereich“ zum Teil groβe Hagelschlossen in der Schwebe halten kann. In dieser Höhe können starke Winde einzelne Hagelbrocken (teils aus Eigengewicht fallend) aus dieser Region herauswehen, die dann als Hagelgeschosse ausserhalb des Hauptniederschlagkerns zu Boden fallen. Diese sind zum Teil die oft unerwarteten groβen Hagelschlossen, die vereinzelt in der regenfreien Zone herunterkommen.

Studien haben gezeigt, das ein einmaliges Durchqueren der Hauptzone ausreicht, um riesige Hagelbrocken zu produzieren. Die weit verbreitete Theorie des Karussels, in denen die Hagelkörner immer wieder nach oben befördert werden, ist somit nicht primar. Wie weiter oben schon angedeutet, gibt es wohl in der Realität viele verschiedene Prozesse die vielleicht sogar innerhalb einer Gewitterzelle zusammen agieren.

Wichtig ist die Zeit oder die Dauer, in der ein Hagelkorn in der Wachstumszone verweilt. Umso länger, umso gröβer kann es heranwachsen. Diese Hauptwachstumszone wird nicht nur beim Aufsteigen (Aufwindbereich) durchquert, sondern auch beim Fall (Auf- oder Abwindbereich). Dies führt dazu, das der fallende Hagel weiter anwächst, bis er in eine Umgebung gelangt, die wärmer ist als WBZ (wet bulb zero = Feuchttemperatur bei 0 C).

In manchen Fällen kann ein Hagelkorn auch von einer Gewitterzelle zur anderen weitergereicht werden. Dieser Prozess betriftt hauptsächlich Multizellengewitter oder Hybridzellen (Superzelle – Multizelle) und kommt dem Recycling-Prozess sehr Nahe. Dabei gelangt ein fallendes Hagelkorn in den Aufwindbereich einer nebenstehenden (zumeist neuen) Zelle. Durch das Weiterreichen verweilt das Hagelkorn sehr lange in verschiedenen Wachstumszonen und kann somit stark anwachsen.

Zusammenfassend kann man folgende Faktoren aufzählen, die für einen signifikanten Hagelwachstum verantwortlich sind.

Aufwind – Ein starker und breiter Aufwindbereich innerhalb der Gewitterzelle. Speziell im Hauptwachtumsbereich (-10 C bis -30 C). Besonders Superzellen weisen einen derart idealen Aufwindschlauch auf. Superzellen sind Gewitterzellen mit einem rotierenden Aufwindbereich. Dieser konzentriert sich zumeist (es gibt auch LLM’s) in mittleren Höhen der Gewitterzelle. Dieser Bereich nennt man die Meso(anti)zyklone. Ein dynamisch ausgelöster Druckfall (Tiefdruck) zeigt sich im Zentrum dieser Rotation. Dieses „Mesotief“ verursacht einen vertikalen Druckgratienten, der durch Aufwärtsbewegung der Luftmasse darunter, ausgeglichen wird. Dieser Prozess erlaubt eine unglaubliche Aufwärtsbeschleunigung innerhalb des Aufwindschlauches, die in dieser Stärke nur von solch einem Prozess (Superzelle, Hybridzelle) hervorgerufen werden kann.

Trajektorien – Je nach atmosphärischer Bedingung und Schichtung müssen die Trajektorien die richtige Lage aufweisen. Diese können durch oder um einen Aufwindbereich herum führen. Auch Recycling-Trajektorien sind möglich.

Embryo – Diese müssen in einer bestimmten und ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen. Je gröβer die Embryos, desto gröβer die Wahrscheinlichkeit das sich daraus groβe Hagelkörner bilden.

Wachstumszone – Je länger ein Hagelkorn in dieser Zone verweilt, desto gröβer kann dieses heranwachsen. Dabei ist egal ob es sich in einer Aufwärts- oder Abwärtsbewegung, oder gar in der Schwebe befindet.

Feuchtegehalt – Je mehr Feuchtegehalt innerhalb oder unterhalb der Wachstumszone, desto gröβer die vorhandene Menge an unterkühlten Wassertropfen.

Hagelschichtung – Auch die richtige Hagelschichtung (Eisschicht) kann den Wachstum beinflussen. Relativ groβe Hagelkörner mit einer (zunächst) geringen Eisdichte können längere Zeit – da weniger Gewicht – in der Wachstumszone verbringen als ein gleichgroβes Hagelkorn mit einer höheren Eisdichte.

Windscherung – Die Windscherung sollte signifikant genug für eine Superzellenbildung sein, jedoch nicht zu stark. Durch zu kräftige Winde könnten die heranwachsenden Hagelkörner fruhzeitig aus dem Aufwindbereich herausgeweht werden. Somit benötigt es einen „schwachen“ Wind relativ zum Hauptaufwindbereich (storm updraft relative flow).



Hagelschmelze

Jedes Hagelkorn auf seinem Weg zum Erdboden schmelzt mehr oder weniger ab. Hagel die vollkommen abschmelzen, erreichen den Erdboden als Regentropfen (teils groβtröpfig). Der Hagel beginnt theoretisch abzuschmelzen, sobald er in eine Umgebung fällt, bei der die Temperatur über dem Gefrierpunkt (0 C) liegt. Tatsächlich aber verdunstet ein winziger Teil der Oberfläche des Hagelkorns, was zu einer lokalen Verdunstungskälte führt. Dieser Effekt bewirkt, das ein Hagelkorn erst signifikant abzuschmelzen beginnt, wenn es in eine Umgebungstemperatur von wärmer gleich +5 C erreicht. Dieser Effekt ist in einer trockenen Umgebungsluft noch wirksamer. Eine trockene Luftschicht kann im Abwindbereich durch groβräumige Verdunstungskälte ein zusätzliches Absinken der eigentlichen 0 C-Marke hervorrufen. Ein in solch einem Abwindbereich fallendes Hagelkorn beginnt also viel weiter unten abzuschmelzen als zuvor angenommen (bezogen auf die allgemeine Nullgradgrenze). Zudem können dadurch zusätzlich Gewitterfallwinde entstehen (downbursts), die den Hagelschlag verstärken und die Abschmelzzeit verkürzen können.

Die durch die Verdunstungskälte niedriger liegende Nullgradgrenze kann man berechnen. Diese „neue“ Höhe der Nullgradmarke nennt man den Gefrierpunkt der Feuchttemperatur oder kurz WBZ (wet bulb zero). In der Höhe wo eine gesättigte Luftmasse, gemessen an der Feuchttemperatur, 0 C beträgt, liegt der WBZ (also tiefer als der eigentliche Gefrierpunkt). Im Winter kann dieser Effekt dazu führen, das es bei +5 C Lufttemperatur trotzdem schneit, da die Feuchttemperatur eventuell Nahe dem Gefrierpunkt liegt.

Je gröβer der Abstand zwischen der „Schmelzhöhe“ und dem Erdboden, desto länger die Zeit in der ein Hagelkorn fällt und dabei abschmelzen wird. Höher gelegene Regionen haben deshalb eine gröβere Chance, das der Hagel den Erdboden erreichen wird bevor er vollständig abschmelzen kann. Beispiel: Schwarzwald vs. Küstenregionen.

Auch die Umgebungseigenschaft bis zum Erdboden ist entscheidend. In einer trockenen Luftmasse schmelzt der Hagel nicht so schnell ab als in einer feuchten, eventuell sogar regendurchsetzen Umgebung.

Selbst die Hagelform und die Eisdichte spielen eine wichtige Rolle. Je dichter die Eisschicht der Hagelschlossen, desto langsamer kann diese abschmelzen.

Die Hagelgröβe ist aber einer der entscheidensten Faktoren. Auch wenn es auf den ersten Blick unlogisch erscheinen mag –Hagelkörner haben eine proportional gröβer werdende Oberfläche gegenüber ihrem Gesamtvolumen, je kleiner sie werden. Diese Tatsache ist der Grund, warum kleinere Hagelkörner proportional schneller abschmelzen als groβe Hagelbrocken. Zusätzlich befinden sich kleinere Hagelkörner länger in der Abschmelzzone, da die reine Fallgeschwindigkeit langsamer ist.

Folgend kann man dazu sagen, der Abschmelzprozess ist ein wichtiger Faktor in Bezug auf die Hagelgröβe die am Boden gemessen wird. Als Vorhersageparamter ist der WBZ aber hauptsächlich für kleineren bis mittleren Hagel geeignet, nicht aber für Starkhagel, da hier der Abschmelzprozess eine nur untergeordnete Rolle spielt.



Vorhersage

Es gibt eine Reihe von bekannter Vorhersageparameter, die in Zusammenhang auf eine typische Hagelwetterlage hindeuten können. Solange es um die Vorhersage von kleinen bis mittleren Hagel geht, sind diese auch ganz hilfreich. Um groβen Hagel vorherzusagen, bedarf es eine Analyse der Wetterlage nach Anzeichen oder Bedingungen für Superzellen. In diesem Fall nützen die typischen Hagelparameter nur wenig. Ebenfalls ist es wichtig, sich nicht auf einzelne Parameter zu konzentieren, sondern diese in Zusammenhang untereinander und mit weiteren Faktoren der allgemeinen Wetterlage zu vergleichen.

Wichtig für die Vorhersage von Hagel sind folgende Faktoren und Paramater, die unter anderem aus einem Radiosondenaufstieg oder Vorhersagetemp (vg. Skew-T-Diagramm) ausgelesen werden können:

Feuchtegehalt – Ein Hoher Wassergehalt (flüssig) oberhalb der Nullgradgrenze oder in der Wachstumszone zwischen -10 C und -30 C. Ein hoher Feuchtegehalt in der Grundschicht ist nicht immer von Bedeutung!

CAPE - Starker und groβflächiger Aufwindbereich = hohe CAPE-Werte, speziell in der Wachstumszone zwischen -10 C und -30 C. Durch CAPE läβt sich auf die Intensität des Aufwindes ableiten. v(m/s) = √CAPE x 2 berechnet die mogliche Aufwindgeschwindigkeit anhand von CAPE.

Steep Lapse Rates - Labile Luftschichtung durch starke vertikale Temperturabnahme, speziell im unteren Bereich der Gewitterzelle und in der Wachstumszone zwischen -10 C und -30 C.

Nullgradgrenze und WBZ - Niedrige Nullgradgrenze bzw. tiefliegender WBZ. Je kürzer die Strecke zwischen Nullgradgrenze bzw. WBZ und dem Erdboden, desto weniger Zeit hat ein Hagelkorn abzuschmelzen.

Trockenschicht – Durch eine Trockenschicht oberhalb der Grundschicht oder nicht zwingend im mittleren Bereich der Gewitterzelle, begünstigt dies durch Verdunstungskälte das Absinken der Gefrierpunkthöhe (vg. WBZ) und fördert die Entstehung von Gewitterfallwinde.

Hebung – Dynamisch oder thermisch bedingter Hebeprozess der Luftmasse vom LCL zum LFC, um Feuchtkonvektion überhaupt zu ermöglichen.

Windscherung und Verweilzeit - Signifikante, vertikale Windscherung, speziell in den Bereichen 0-2 km und 0-6 km (Superzellen). Die Windscherung erzeugt zum einen das Kippen des Aufwindschlauchs, und erzeugt dadurch einen klar getrennten Auf- und Abwindbereich der Gewitterzelle. Zum anderen kann durch die Windveränderung mit steigender Höhe die Bildung einer Mesozyklone eingeleitet werden. Beide Faktoren fördern eine langlebige und starke Gewitterzelle. Somit besitzt der Hagel (ist moglich) mehr Verweilzeit in der Wachtumszone um heranzuwachsen.

VIL / VIL Density - Ein paar kurze Worte zu VIL (Vertically Integrated Liquid) oder VIL Density. VIL ist eine Einheit für die enthaltende Flüssigkeitsmenge in einem vom Radar bestimmten vertikalen Luftpaket. Anhand dieser Werte sollte man die Hagelgröße bestimmen können. Studien zu diesem Angehen belegten aber mehrfach das Gegenteil. S.A. Amburn 1996 berichtet über die Gleichung in dem man den VIL Wert mit dem entsprechendem Radarecho der oberen Grenzhöhe des Luftpaketes dividiert. Dieser Wert (VIL Density) zeigte deutlich bessere Ergebnisse. Besonders hohe Werte zusammen mit weiterer Radarauswertung lassen auf etwaige Hagelangaben schließen.

Desweiteren gibt es viele verschiedene Parameter und Berechnungen, die mehr oder weniger nützlich sein können, um die Gefahr von Hagel vorherzusagen. Der ESI „energy shear index“ beinhaltet Parameter wie CAPE und SHEAR (0-6 km) um auf die Dauer von Superzellen-Aufwinde abzuleiten. Auch für die Berechnung der Gröβe von Hagel gibt es mehrere Anwendungen. Eine alte und bekannte Methode ist die Fawbush-Miller Rechnung, die anhand von einem thermodynamischen Diagramm und einem Gleichungsdiagramm durchgeführt wird. Sämtliche Softwarelösungen im Kurzfristbereich und im Nowcastbereich erlauben heutzutage eine relativ gute Einschätzung der Hagelgefahr. Insbesondere der Einsazt von spezieller Radar- und Satellitenanwendung, erlaubt es eine genaue Analyse der Gewitterzellen. Besondere Hinweise geben die Radarauswertungen des Vertikalschnitts RHI (hot tower) oder der radialen Dopplerwinden (mesozyklone), sowie spezielle Radarvorhersagen von schon bestehenden Zellen. Im Satellitenbild sind besonders die Neuentwicklungen, die noch nicht auf dem Radar erscheinen, sehr nützliche Hinweise. Der Infrarotscan (Temperturauswertung) der Wolkenoberfläche gibt Hinweise auf die Höhe und die Tempertur der Gewitterzellen.

Einige Studien zeigten eine Verbindung von besonders kalten (hohen) Wolkentops und der Hagelkorngröβe innerhalb der Gewitterzelle. Je höher und kälter die Wolketops, desto gröβere Hagelbrocken wurden beobachtet. Eine festlegende Regel kann bislang aber nicht abgeleitet werden.

Selbst spezielle Wettermodelle wurden entwickelt, um Hagelunwetter besser vorherszusagen. Mit „hailcast“ (J.C. Brimelow) wurden einige interessante Punkte dazu vorgestellt.

Eine weitere und genaue Auflistung der neuen Vorhersagemöglichkeiten erfolgt bis Anfang 2007 (Vorstellung zum Extremwetterkongress 2007).



Hagelschäden

Hagelstürme richten jedes Jahr weltweit einen enormen Schaden an. In Deutschland sind es rund 20% (in Suddeutschland sogar bis zu 25%) aller versicherten Schäden, die aufgrund von Wetter- und Naturkatastrophen hervorgerufen werden. Damit liegt der Hagel auf Platz Nr. 2 hinter den Winter- und Herbststürmen, die durch ihre großskaligen Auswirkungen meist weite Teile des Landes betreffen.

Das resultierende Schadenspotential eines Hagelschlags hängt von vielen Faktoren ab. Insbesondere die großen Ballungsräume und Wirtschaftszentren in Mitteleuropa sind sehr gefährdete Gebiete. Den größten Schaden findet man in der Agrarwirtschaft, denn besonders hier können schon relativ schwache Hagelschläge große und nachhaltige Auswirkungen zeigen.

Es hängt also primär vom Gegenstand (potentielle Schadensgüter) ab, wie stark ein gewisser Hagelschlag Auswirkungen haben wird. Dabei unterscheiden wir zwischen dem volkswirtschaftlichen Gesamtschaden und dem Einzelschaden, vom dem sich eine Einteilung der eigentlichen Hagelstärke ableiten läβt.

Ein weiterer Faktor ist der Hagel selbst. Nicht nur die Gröβe spielt dabei eine entscheidende Rolle, sondern auch das Volumen (abl. Gewicht und Eisdichte) und die Strukturform eines Hagelkorns. Je gröβer, schwerer und härter das Hagelkorn, desto gröβer das Schadenspotential. Gezackte Hagelschlossen neigen etwa schon bei geringer Eigengröβe dazu, besonders im Agrarbereich (z.B. Obst und Gemüse) deutlich mehr Schaden anzurichten als kugelrunde Hagelkörner.

Insbesondere die Dichte des Hagelfalls ist ein weiterer, wichtiger Faktor. Je dichter und langanhaltend der Hagel fällt, desto mehr Schaden kann dieser anrichten. Die Chance das potentielle Schadensgüter getroffen werden, ist somit deutlich höher. Im Agrarbereich kann eine geschlossene Hagelschicht am Boden durch schon kleine Hagelkörner einen groβen Verlust der Ernte bedeuten.

Die Windgeschwindigkeit während des Hagelfalls kann zusätzlich die Aufprallenergie erhöhen und den Aufprallwinkel entsprechend verändern. Durch starke Winde können die Hagelschlossen seitlich an Hauswände prallen, und dort z.B. Fensterscheiben zerschlagen.

Nicht nur die horizontale Windrichtung und Windgeschwindigkeit beeinflussen den Hagelschlag, sondern auch die vertikalen Windwerte. Folgend wirken sich diese auf die Fallgeschwindigkeit der Hagelkörner aus. Je größer oder schwerer ein Hagelkorn ist, desto höher die Geschwindigkeit mit der es am Boden ankommt. Oft wird diese Geschwindigkeit noch erhöht, wenn der Hagel in einem kräftigen Gewitterabwind fällt.

Man beachte, die Fallgeschwindigkeit ändert sich ständig, da ein Hagelkorn während des Falls abschmelzt, auf turbulente Windströmungen trifft, gegen viele andere Hagelkörner oder Regentropfen brallt, in Auf- und Abwinde gerät etc. All diese Einflüße verändern die Geschwindigkeit ständig.

Fur eine Berechnung der theoretischen Fallgeschwindigkeit wird nur die Größenangabe mit einbezogen - um genauere Werte zu bekommen, müsste man Werte der Form und des Volumens (Gewicht) mit einbeziehen. Man könnte zwar eine rein theoretische und maximale Aufprallgeschwindigkeit der Kugelform eines Hagelkorns berechnen, etwa durch eine „terminal velocity “ Gleichung...

Vt/cm/s=(0.2222*g*(dh-da)*(r²)/n

Vt = Maximalgeschwindigkeit / Aufprallgeschwindigkeit (terminal velocity); g = Erdbeschleunigung 980 cm/s²; dh = reine Eisdichte (0,917 g/cm³); da = Luftdichte (etwa 0,0012923 g/cm³); r = Radius; n = kinematische Viskosität nahe dem Erdboden (etwa 0,00018 g/cm/s). Prinzipiell kann man somit sagen, das die durchschnittliche Fallgeschwindigkeit eines Hagelkorns primär abhängig ist von der Form und des Volumens, sowie von der Größe und der Luftdichte.

...doch auch diese Werte sollten aus oben genannten Gründen in der Realtität kaum oder nicht vorkommen. Trotzdem benutzt man diese um auf die sogenannte Aufprallenergie umzuleiten. Nach E.G. Bilham und E.F. Relf „Die Dynamik von Starkhagel“ 1937 und J. Laurie 1964 lassen sich folgende theoretischen kinematischen Energiewerte aufzeichnen:


Hageldurchmesser (cm) / Theor. Fallgeschwindigkeit (km/h) / Theor. Aufprallenergie (J)

2,5 / 80 / 1,3
3,2 / 90 / 5,4
3,8 / 100 / 10,8
4,5 / 107 / 19,0
5,1 / 115 / 29,8
6,4 / 129 / 71,9
7,0 / 136 / 109,8
7,6 / 143 / 162,7


Man erkennt, wie die Aufprallenergie gegenüber der Fallgeschwindigkeit, somit gegenüber dem Hageldurchmesser deutlich stärker ansteigt, dies besonders ab einem Hageldurchmesser von 5 cm. Das bedeutet, das ein nur wesentlich größeres Hagelkorn (volumen- und formabhängig) eine viel größere Aufprallenergie erzeugen wird und deshalb auch einen größeren Primärschaden verursachen kann (s.o. weitere Faktoren).
Zusammengefasst beeinflussen folgende Faktoren einen Hagelschaden: Hagelgröβe, Eisdichte, Hagelform, Intensität des Hagelschlags, Fallgeschwindigkeit (res. Aufprallenergie), Aufprallwinkel, horizontale und vertikale Windgeschwindigkeit (zgl. Windrichtung) und die Eigenschaft der potentiellen Schadensgüter.

Für eine Einteilung der Hagelschäden anhand der Hagelgröβe, hat man (u.a. TORRO) eine Hagel-Intensitätsskala entwickelt, die grob eine Einstufung der Schäden wiedergibt. Da die Skala nur von einem Faktor (Hagelgröβe) ausgeht und damit nur einen groben Überblick verschafft, kann diese jedoch ohne die Berücksichtigung der weiteren o.g. Faktoren nicht für eine vollständige Hagelanalyse herangezogen werden.




Bild – Hagelschäden im Maisfeld (© Marco Kaschuba) Zum Vergrößern anklicken.

Desweiteren muss eine Hagelskala der entsprechenden Region angepasst werden, da die Eigenschaft der potentiellen Schadensgüter – wie etwa Bauweise und Qualität – von Region zu Region unterschiedlich sein können. Folgend eine Hagelskala, angepasst für den mitteleuropäischen Raum.

Kleiner Hagel von 0,5 cm bis 1,0 cm im Durchmesser

Hagel von dieser Gröβe richtet im Allgemeinen keinen Schaden an. Im Agrarbereich können kleinere Schäden auftreten, meist durch angeschlagene Früchte die dadurch einen Wertverlust erhalten. Bei groβen Hagelmassen (geschlossene Hagelschicht am Erdboden) können Erfrierungen an Pflanzen auftreten. Auch das Niederdrücken durch schwere Hagelmassen kann im Extremfall einen hohen Verlust im Agrarbereich bedeuten.

Kleiner bis mittelgroβer Hagel von 1,0 cm bis 2,0 cm im Durchmesser

Auch dieser Hagel richtet im Allgemeinen keinen Schaden an. Im Agrarbereich kann es jedoch zu gröβeren Schäden kommen, insbesondere wenn der Hagelfall sehr intensiv ausfällt, und von starkem Wind begleitet ist. Besonders betroffen sind stets die Wein- und Obstkulturen. Hier kann es im Extremfall zu Totalverlusten kommen. Erste signifikante Entlaubungen können eintreten. Offiziell beginnt ab einem Hageldurchmesser von 2,0 cm (US 1,9 cm) das Kriterium für Unwetter. Bei Skywarn Deutschland beginnt ab einem Hageldurchmesser von 1,5 cm die Melderichtlinie für Hagel (Stand: 2005).

Mittelgroβer Hagel von 2,0 cm bis 3,5 cm im Durchmesser

Je nach Härte und Form der Hagelkörner treten erste bedeutende Schäden auf. Kleinere Dellen oder Lackdruckstellen im Autoblech sind möglich. Gewächshäuser und allgemein entsprechende Glasflächen drohen zu zerbrechen. Im Agrarbereich gibt es je nach Intensität des Hagelschlags verbreitet hohe Wertverluste oder gar Totalverluste.

Groβer Hagel von 3,5 cm bis 5,0 cm im Durchmesser

Verbreitet bedeutende Schäden. Teils tiefe Dellen und Lackschäden am Autoblech. Gewächshäuser und allgemeine Glasflächen werden zumeist durchschlagen (besonders im oberen Bereich, nahe 5,0 cm). Autoscheiben sollten dieser Gröβe noch standhalten, um 5,0 cm aber erste Schäden möglich. Je nach Intensität des Hagelschlag teils starke Entlaubung. Kleinere bis mittlere Äste werden abgeschlagen. Kunststoffteile werden zerschlagen. Im Agrarbereich teils schwere Schäden und Verluste, teils nachhaltig durch Stammschädigungen.

Starkhagel von 5,0 cm bis 7,0 cm im Durchmesser

Hagel ab dieser Gröβe ist ein guter Hinweis auf eine wahrscheinliche Superzelle. Verbreitet gibt es schwere Schäden. Autoscheiben, Dachfenster oder Dachziegeln werden beschädigt oder gar durchschlagen. Kunstoffteile werden zerstört. Teils gröβere Äste werden abgeschlagen und je nach Intensität des Hagelschlags werden Bäume stark entlaubt. Im Agrarbereich schwere Schäden, oft nachhaltig durch Totalschaden / Stammschädigung. Vögel und andere Kleintiere können teils schwer verletzt oder gar getötet werden. Auch für Menschen erhebliche Gefahr - Platzwunden und Prellungen sind möglich!

Extremhagel von 7,0 cm bis 10,0 cm im Durchmesser

Tennisball-, baseball- oder faustgroβer Hagel. In den meisten Fällen fällt dieser nur vereinzelt auβerhalb des Hauptniederschlagkerns. Deshalb treten schwere Schäden nur vereinzelt auf. Im Falle von intensiven Hagelschlägen dieser Gröβe kann es zu heftigsten Schäden führen und katastrophale Auswirkungen haben. Tiere und Menschen (vor allem Kleinkinder) können schwer verletzt oder in Einzelfällen gar getötet werden. Autoscheiben, Dachfenster, Dachziegel, Dachlatten, Welldächer etc. werden durchschlagen. Gröβere Äste werden abgeschlagen. Stammschädigungen an Bäumen. Entrindung moglich. Druckstellen auf Äcker und Wiesen. Erste Schäden die an Orkanschäden oder an mutwillige Zerstörung erinnern.

Riesenhagel von über 10,0 cm im Durchmesser

Der „giant hail“ fällt meist nur vereinzelt und oft auβerhalb des Hauptniederschlags, deshalb nur lokale Extremschäden. In einzelnen Extremfällen kann es aber zu einem intensiven Hagelschlag dieser Hagelschlossen kommen. Die Folgen sind katostrophal und bringen in allen Bereichen schwerste Schäden mit sich. Lebensgefahr! Teils schwere Stammschädigungen oder gar Entrindungen von Bäumen.
Folgen von Hagelbrocken über 12,0 cm weisen oft ”merkwürdige“ Schäden auf, die meist an mutwilliger Zerstörung oder gar an Downburst- / Tornadoschäden erinnern, wie etwa: vollkommen abgedeckte oder gar zerstörte Dächer inklusive Dachstuhl; duchschlagene Eisenstangen; Zentimeter tiefe Einschlaglöcher im Erdboden; durchschlagene Holzwände; Strassenschäden; etc.




Bild – Vom Hagel zerschlagene Windschutzscheibe (© Marco Kaschuba) Zum Vergrößern anklicken.

Hagelschäden werden auch in Zukunft ein ernstes Thema bleiben, denn die Gefahr wird weiter anwachsen. Die ständig wachsende Bevölkerungsdichte und somit auch die ansteigende volkswirtschafliche Wertekonzentration und Versicherungsdichte ergeben zusammen einen unglaublichen Anstieg an Schadenspotentiale. Etwa nach Angaben der Münchner Rück Versicherung würde das selbe Hagelunwetter über München - wie damals von 1984, das einen Versicherungsschaden von 0,8 Mrd. Euro und einen Gesamtschaden von 1,5 Mrd. Euro anrichtete – heutzutage einen Gesamtschaden von bis zu 5 Mrd. Euro anrichten können. Für solche und weitere Modellberechnungen zum Hagel-Risikomanagement, wurden spezielle Softwarelösungen programmiert, wie unter anderem HailCalc aus der Schweiz.

Nicht nur der Sachschaden ist ein Problem, sondern auch die Gefahr die für den Menschen ausgeht. Im Juni 2006 wurden allein im Raum Villingen-Schwenningen über 120 Menschen durch faustgroβe Hagelbrocken verletzt. Auch in China und Indien gab es in den vergangenen Jahre immer wieder Todesfälle die von Hagelschlägen ausgingen.



Hagelabwehr

Die bis heute umstrittene Hagelabwehr wurde in Süddeutschland schon in den 30er Jahren angewendet. Auch in der Schweiz oder in Österreich wurden schon sehr früh Versuche gestartet, dem Hagelschlag entgegen zu wirken.

Tatsächlich gab es aber schon im Mittelalter verschiedene Bräuche, den Hagel zu „vertreiben“. Die Schuldigen waren nicht selten die Hexen, die darauf hin unter brutalen Umständen hingerichtet wurden. Ein teils bis heute verwendeter Brauch ist das Hagelläuten oder auch Wetterläuten. Stand ein Hagelwetter unmittelbar bevor, wurden die Kirchturmglocken geläutet. Zum einen um die Menschen im Dorf und auf den Feldern zu warnen, zum anderen um die schreckliche Naturgewalt zu vertreiben. Auf Letzteres hatte das Hagelläuten wohl kaum einen Einfluss.

Schon Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Raketen verwendet, um die Hagelwolken zu vertreiben. Man glaubte mit dem Knall der Schwarzpulverkanonen, den Hagel aus den Wolken zu verdammen. Das Raketenschiessen wird auch heute – z.B. in der Schweiz – noch angewendet, doch mit einem völlig anderen Hintergrund.

1947 wurde die Eigenschaft von Silberjodid (Silberiodid) entdeckt. Silberjodid, zusammengestezt aus Silberkation und Jodanion, ist ein Salz, das mit seiner kristallinen Struktur dem der Gefierkerneigenschaften sehr ähnlich kommt und bei etwa -5 C eiskeimbildend wirkt. Mit diesem Hintergrund versucht man also mittels Silberjodid die schon vorhandene Anzahl an Gefrierkernen künstlich zu vermehren.

Das Resultat der ”Wolkenimpfung“ oder des ”Übersähens“ ist eine gröβere Menge von Eiskristallen, die wiederum für eine erhöhte und massenhafte Vergraupelung sorgen kann. Es stehen also mehr Embryonen zu Verfügung. Unterkühlte Wassertropfen verteilen sich somit auf die riesige Anzahl der Embryonen, und produzieren viele kleine Hagelkörner, anstatt weniger groβen Hagelschlossen. Teils kommt es auch zuvor zu einem Ausregnen der Zelle.

Mit dieser Theorie wurde versucht, das Silberjodid mittels Bodengeneratoren oder Raketen innerhalb der Aufwindzone einer Zelle zu verteilen, um den o.g. Effekt zu erzielen. Heute werden zum Groβteil speziell mit einem Brenner versehene Flugzeuge (Hagelflieger) eingesetzt, um das Silberjodid an der richtigen Stelle zu injekzieren.




Bild – Hagelflieger in Stuttgart (© Marco Kaschuba) Zum Vergrößern anklicken.

Eine relativ einfache Methode, um dem Hagel vorzubeugen, zumindest in der Theorie. Bis heute ist es fast unmöglich, den Erfolg dieser Wettermanipulation oder Wettermodifizierung zu bestätigen. Studien aus den USA oder auch aus Deutschland (wie etwa vom DLR Oberpfaffenhofen 1993), deuten darauf hin, das diese Methode nur eine sehr geringe oder gar keine Wirkung auf die Hagelproduktion hat. Andere Langzeitstudien aus Südafrika, Kenya, USA oder aus Österreich zeigen wiederum einen Rückgang der Hagelschläge in den vorgesehenen Regionen.

Fakt ist, man ist bislang nicht in der Lage festzustellen, ob eine bestimmte Gewitterzelle mehr oder weniger Hagel produziert hätte, ohne den Einsatz von Hagelabwehr. In einigen Studien wurde sogar das Gegenteil festgestellt. Trifft ein extrem hoher Wassergehalt auf die erhöhte Menge an Eiskristallen (oder Embryonen), können sich dadurch – auch zusätzlich durch entstandene Gefrierwärme die eine Verstärkung des Aufwindes fördern kann – viele groβe Hagelbrocken entwickeln. Ein weiterer Punkt ist, das ein Gewitter zum Teil mehrere Aufwindzonen besitzt, oder sich linienhaft und multizellular ausbreitet (Gewitterkomplex). In solch einem Fall müβten viele Flugzeuge zur selben und richtigen Zeit an den verschiedenen Aufwindzonen oder in den Inflowbereichen eine Impfung vornehmen. Darüber hinaus weiss man nicht, ob die injekzierte Menge an Silberjodid (etwa 500g) ausreichend ist.

Es ist somit wahrscheinlicher, das die Hagelabwehr in dieser Form in der Praxis nicht erfolgsversprechend funktioniert. Die mikropysikalischen Prozesse der Hagelproduktion innerhalb einer Gewitterzelle ist zudem bislang nicht ausreichend erforscht.

Die Hagelabwehr in Deutschland ist in zwei Regionen vertreten. Zum einen im oberbayrischen Rosenheim, betreffend die Landkreise Rosenheim, Miesbach und Traunstein, zum anderen der Groβraum Stuttgart bis hin zum Rems-Murrkreis. In Bayern sind es besonders die Hopfenkulturen, in Baden-Württemberg besonders die Weinkulturen, die daruch geschützt werden sollen.

Hagelnetze bieten dagegen einen wirklichen Schutz gegenüber Hagel, zumindest in moderaten Fällen. Bei extremen Hagelstürmen oder aber bei sehr kleinen Hagelkörnern die in groβen Massen fallen, können die Obst- und Weinkulturen trotzdem erheblich beschädigt werden.



Hagelverbreitung

Hagel kann in allen Regionen unserer Erde auftreten, trotzdem gibt es bestimmte Gebiete, wo es häufiger hagelt als anderswo.

Europa’s Hagelzone (hail alley) bezieht sich auf die Regionen Süddeutschlands, Schweiz, Österreich, Norditalien und vom französischen Jura bis zu den Vogesen – kurz: der Alpenraum. Hier treffen viele Faktoren zusammen, die für die Hagelproduktion und für einen Hagelschlag am Boden wichtig sind.

Der wichtigste Faktor ist die orografische Eigenschaft dieser Region. Die durch die Alpen entstehenden lokalen Windsysteme, der regional unterschiedliche Temperatur und Feuchtegehalt, die orografisch bedingten Hebeprozesse und die verschiedenen Höhenlagen, bestimmen das Wetter vor Ort und beeinflussen somit auch die Unwetterklimatologie in diesem Gebiet.

In der Schweiz sind es besonders die Gebiete im südlichen Tessin und die Westseiten des Berner Oberlands und der Zentralschweiz hin zum östlichen Mittelland, die von Hagel betroffen sind.

In Österreich ist die Südsteiermark oder das Burgenland zu nennen. In Norditalien ist die Poebene ein Gebiet das nicht selten von schweren Hagelstürmen betroffen ist.

In Deutschland sind besonders die südlichen und westlichen Bundesländer, vor allem aber der Süden von Baden-Württemberg und Bayern betroffen. Auch hier haben die Alpen, der Schwarzwald und die Schwäbische Alb einen entscheidenden Einfluss auf die Gewitter- und Hagelbildung.

Interessant ist jedoch, nicht nur die absolute Hagelhäufigkeit – etwa durch die Höhenlage – liegt in Süddeutschland teils 20 Mal höher als an den Küstengebieten, sondern auch die Anzahl der Fälle mit Starkhagel (>5 cm im Durchmesser). Somit ist anzunehmen, das bestimmte orografische Faktoren (etwa der Einfluss auf die Windscherung im unteren Bereich der Troposphäre) die Superzellenformation fördern kann. Leider ist die Datenbasis dazu noch zu jung um genaue statistische Auswertungen durchführen zu können. Trotzdem kann man anhand von langjährigen Versicherungsdaten und genauen Beobachtungsreihen der letzten Jahre einen Trend in diese Richtung einschlagen. Sicherlich werden diesbezüglich auch viele weitere Forschungsprojekte eingeleitet.

Eine genaue Auswertung der letzten Jahre folgt bis Anfang 2007 (Vorstellung zum Extremwetterkongress in Hamburg 2007).

Weltweit die meisten Hageltage verzeichnet man in den Kericho-Nandi-Hills in Kenya (Afrika). Die meisten Hagelstürme die groβen Hagel mit sich bringen, werden im Norden von Indien beobachtet. Südlich und östlich der Hochplateus im Himalayagebiet, von Indien über Bangladesh nach China, häufen sich ebenfalls schwere Hagelunwetter.

In Australien ist die Region New-South-Wales zu nennen, und in Nordamerika der mittlere Westen der USA.

Das sogenannte hail-alley in den USA betrifft nahezu das selbe Gebiet wie das der tornado-alley. Besonders die Great Plains zwischen Texas, Oklahoma und Kansas fördern durch die hohe Anzahl an Superzellen sehr viele schwere Hagelunwetter. Hier findet man auch das Maximum der groβkörnigen Hagelschlägen, während man in den High Plains (u.a. wg. Höhenlage) zwischen den Bundesstaaten Colorado, Kansas und Nebraska die meisten Hageltage vorfindet. Auch hier spielt die orografische Lage (Rocky Mountains – Great Plains) die entscheidende Rolle.

Folgend kann man daraus schlieβen, das die meisten Hagelgewitter in voralpinen und bergigen Regionen auftreten, die meisten groβkörnigen Hagelschläge (etwa durch Superzellen) sich jedoch auf die voralpinen Täler und Ebenen konzentrieren. Hier liegt es wohl unter anderem an den entsprechenden Windsystemen, die Superzellen begünstigen.



Forschung

Es gibt schon seit Jahrszehnten unzählige Forschungsgebiete die sich mit der Entstehung, Vorhersage und Abwehr von Hagel befassen. Trotzdem wissen wir bis heute nur sehr wenig über die hochkomplexen, mikropysikalischen Prozesse. Da wir auch in Zukunft immer wieder mit verheerenden Hagelstürmen rechnen müssen, die durch die stets wachsende Bevölkerungsdichte und ansteigende Versicherungsdichte, einen immer gröβeren Schaden anrichten werden, müssen wir auch weiterhin versuchen, die Vorhersage- und Warnsysteme weiter zu verbessern und die Unwetterklimatologie weiter und intensiver zu erforschen...

Ein vom Prinzip her einfaches Forschungsprojekt wird derzeit u.a. vom NSSL (national severe storms laboratory) durchgeführt. SHAVE 2006 (severe hail verification experiment). Dieses dient zur Verifikation des Radars und zur besseren Früherkennung von Hagel am Radar (vg. Schulung im Warnmanagement). Mehr dazu Ende 2006.



Referenzen

u.a.:
National Severe Storms Laboratory – Severe hail verification experiment 2006
Remote sensing of severe hailstorms – B.B.Messmer 1996
Münchner Rück Versicherung – Naturkatastrophen in Deutschland, 1999, 1970-1998
Münchner Rück – Sturmreport 2002
Deutsche Rück Versicherung, Sturmdokumentation, 1997-2005
Sparkassenversicherung, Geschäftbericht, 2000-2005
Vereinigte Hagel, Hagelstatistik
Schwergewitter auf der Alpennordseite der Schweiz, F. Muriset, 2003
Analyse und Effizienz der Hagelabwehr, Forschungsbericht, K.Franzenz Universität
Hail forecasting and formation, Storm Prediction Center, 2002
Hail warning operations, Storm Prediction Center, National Weather Service, 2001
A Study of Hail Growth Utilizing Observed Storm Conditions, G. Brant Foote, 1983
Precipitation Production in a Large Montana Hailstorm: Airflow and Particle Growth Trajectories, L. Jay Miller, John D. Tuttle, and G. Brant Foote, 1990
On the growth of large hail, M. Morgan, 1988
Green Clouds, William Nelson, NM, 2000
Hail suppression, weather modification, Terry W. Krauss, 1999
A Study of Embryo Production and Hail Growth Using Dual-Doppler and Multiparameter Radars, John W. Conway, 1993
Hail Growth Mechanisms in a Colorado Storm: Part II: Hail Formation Processes, Andrew J. Heymsfield, Arthur R. Jameson, Harold W. Frank, 1980
Forecasting hail size cpn. nwp hail growth model, Gerhard W. Reuter, Julian C. Brimelow, 2004
Numerical modeling in hailstone growth, Brimelow, 2002
HAILCAST, Brimelow, 2002
Hail forecast, Jeffry Evans, Storm Prediction Center
Hail warning decision guidance, M.A Harrold, National Weather Service, Norman, Oklahoma
Severe hail events in eastern Australia, D. F. Tucker, 2001
Forecasting severe weather, J. Haby
Alberta hail growth model, R. Jewell, J. Brimelow
Superzellen, J. Dahl, German Severe Weather
Hailstorms, TORRO
TorDACH, Dr. Nikolai Dotzek
Meteoschweiz
Deutscher Wetterdienst
ZAMG
National Severe Storms Laboratory
Storm Prediction Center
Hagelabwehr Stuttgart, Rainer Schopf



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Marco Kaschuba
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